Die SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler war am Donnerstag zu Gast im Ashäuser Hof in Stelle und stellte sich Getreu dem Motto des Bürgermeisterkandidaten Claus Petersen „Gute Politik beginnt mit Zuhören und zeigt sich im Umsetzen“, den Fragen interessierter Bürgerinnen und Bürger. Im offenen Austausch ging es insbesondere um aktuelle politische Themen aus Berlin sowie konkrete Herausforderungen im Landkreis.

Stadler hob hervor, dass gemäß dem sogenannten Struck’schen Gesetz politische Prozesse stets auch durch Impulse aus den Wahlkreisen geprägt werden. Sie nimmt die Anregungen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger mit nach Berlin und diese fließen somit in die Gesetzgebungsarbeit ein, womit sie die Wichtigkeit des gemeinsamen Dialogs hervorhob.

Ein zentrales Thema auf Bundesebene sei derzeit die Gesundheitsreform. Ziel sei es, eine umfassende und verlässliche Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Gleichzeitig würden aktuell bestehende Doppelstrukturen identifiziert und können somit im Sinne eines Bürokratieabbaus reduziert werden. Das derzeitige System sei in vielen Bereichen zu komplex und wenig transparent.

Die Diskussion vor Ort zeigte jedoch auch kritische Perspektiven: Insbesondere lokale Ärztinnen und Ärzte sowie Bürgerinnen äußerten Bedenken hinsichtlich der geplanten Facharztklausel und einer sich möglicherweise verschlechternden Versorgung . Gerade im ländlichen Raum sei die Dichte an Fachärzten bereits jetzt gering, was durch neue Regelungen nicht verschärft werden dürfe. Zudem wurde auf den bestehenden Mangel an Hausärzten im Landkreis hingewiesen – verbunden mit einem hohen Durchschnittsalter in der Ärzteschaft. Die Wichtigkeit dieses Themas wurde dabei auch von der SPD Stelle erkannt und ist eines ihrer Hauptthemen

„Das ist ein Problem, das viele Menschen umtreibt und das zu Recht. Die Gemeinde kann keine Arztpraxis betreiben aber sie kann Rahmenbedingungen schaffen, damit sich Ärztinnen und Ärzte gerne in Stelle niederlassen und damit die medizinische Versorgung auch in Zukunft gesichert bleibt. Ich will, dass wir aktiv werden. Nicht nur verwalten.“, sagte Claus Petersen.

Svenja Stadler zeigte Verständnis für die geäußerte Kritik: Man könne die Sorgen und auch die Enttäuschung vieler Menschen nachvollziehen. Gleichzeitig warb sie für Geduld und Zusammenhalt, da politische Reformen Zeit benötigten, um ihre Wirkung zu entfalten. Als Beispiel wurde seitens der Bürger auf die Reformprozesse der Vergangenheit verwiesen, etwa in der Ära der Bundesregierung unter Gerhard Schröder, deren Wirkung sich ebenfalls erst nach einigen Jahren gezeigt habe.

Diesen Dialog fortführend lädt die Steller SPD bereits nächste Woche, am Donnerstag de 4. Juni 2026 um 19:00 zu ihrer Veranstaltung „Fraktion vor Ort“ im Familien- und Seniorenzentrum in der Harburger Straße 38 in Stelle ein. Hier stellt sich dann die Ratsfraktion der SPD den Fragen der interessierten Bürgerinnen und Bürger.